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DON PASQUALE - Oper Stuttgart - März 2018

von Gaetano Donizetti in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere

25.03.2018, 18:00 Uhr

Eine traurigere und bittere Komödie als die vom gealterten Don Pasquale, für den sein Leben lang Reichtum und Macht über andere das Wichtigste war, der seinen Neffen enterbt, weil dieser eine dem Onkel nicht genehme Frau heiraten möchte, der in die Fänge eines zwielichtigen Therapeuten und dessen skrupelloser Komplizin gerät und dessen wohlabgeschirmtes Dasein in einem Strudel der Gewalt versinkt, gibt es nicht.

Der 45-jährige Donizetti ist todkrank, als er das Stück für Paris, die Hauptstadt des Luxus, komponiert und damit eine der glänzendsten und poetischsten Partituren der italienischen Oper erschafft. Im Mittelpunkt steht anstelle des bisher in Donizettis Werken verankerten Absolutheits- und Glücksanspruchs des Individuums dessen Kehrseite: Egoismus und Kälte.

Eine Reihe sich überstürzender Orchesterschläge im fortissimo – in die anschließende Stille hinein erhebt ein einziges Cello seine Stimme: und uns ergreift der ganze Zauber einer Sommernacht! Ganz am Ende, viele Verirrungen und Katastrophen später, hören wir diese Melodie noch einmal, diesmal als Liebeslied zu Gitarrenklängen, das ein junger Mann seiner Liebsten darbringt: »willst Du mich sterben sehen – unerhört?« Eine traurigere und bittere Komödie als die vom gealterten Don Pasquale, der sein Leben lang auf Mehrung seines Reichtums und seiner Macht über andere bedacht war, der seinen Neffen enterbt, weil dieser eine andere Frau heiraten möchte, als er für richtig hält, der in die Fänge eines zwielichtigen Therapeuten und dessen skrupelloser Komplizin gerät, und dessen wohlabgeschirmtes Dasein in einem Strudel der Gewalt versinkt, gibt es nicht.

Er verausgabt sich in einer der überströmendsten, glänzendsten und poetischsten Opernpartituren, die die italienische Oper je geschaffen hat. Er, dessen tragische Opern immer wieder den Absolutheits- und Glücksanspruch des Individuums im Untergang gefeiert hatten, entdeckt nun die bürgerliche Kehrseite des Individualismus: den Egoismus und seine Kälte. Die Uraufführung im Januar 1843 wurde zum Triumph, der dieses Stück bis heute begleitet.

 

Musikalische Leitung: Giuliano Carella, Marco Comin, Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne: Jens Kilian, Kostüme: Teresa Vergho, Licht: Mariella von Vequel-Westernach, Chor: Christoph Heil

Don Pasquale: Enzo Capuano, Doktor Malatesta: André Morsch, Ernesto: Ioan Hotea, Yijie Shi, Norina: Ana Durlovski, Ein Notar: Marko Špehar , Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

Weitere Informationen:

Don Pasquale Oper Stuttgart - März 2018
Don Pasquale Oper Stuttgart - März 2018